Lustvoll Stöbern im Kloster Maria Bildhausen

Quelle: Dieter Britz (Saale-Zeitung), 10. Mai 2017

Beim zweitägige Gartenfestival in den Mauern des Klosters Maria Bildhausen konnte man entspannt von Stand zu Stand laufen.

An einem Stand roch es verführerisch nach frisch gebrannten Mandeln, nur ein paar Meter weiter duftete es nach parfümierter Schafsmilchseife. Und dann gab es da noch schicke Mützen und Hüte, Gartenzubehör, gestrickte Babyschuhe, Modeschmuck und alles, was das Herz begehrt. Das zweitägige Gartenfestival mit insgesamt 32 Ausstellern aus dem näheren Umland, ebenso wie aus Hessen, Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg war eine Premiere in der weiträumigen Klosteranlage von Maria Bildhausen.

Veranstalter war der Event- und Marketing-Service Scherer aus Altenbeken im Landkreis Paderborn. Was bringt einen Unternehmer aus einer 250 Kilometer entfernten Gemeinde dazu, Maria Bildhausen für eine solche Veranstaltung auszuwählen?

Angetan von der Anlage
Hermann-Josef Scherer, der Chef des Unternehmens, hat dafür eine einleuchtende Erklärung. Er hat bereits mehrfach im Kurgarten von Bad Bocklet ähnliche Festivals organisiert, das nächste findet dort bereits am 10. und 11. Juni statt. „Standbetreiber und Verkäufer haben mich in Bad Bocklet auf die Klosteranlage Maria Bildhausen aufmerksam gemacht“, erklärte er im Gespräch mit der Zeitung, „und nach einem Ortstermin war ich sehr angetan davon und habe mich gleich entschlossen, hier etwas zu machen.“

„Ich bin bisher ganz zufrieden“, meinte Hermann-Josef Scherer am späten Samstagnachmittag auf die Frage nach der Besucherzahl. Diese hängt bei solchen Freiluft-Veranstaltungen natürlich auch stark vom Wetter ab, und das war am Samstag ideal. „So eine Veranstaltung muss sich erstmal einspielen und rumsprechen, da strömen nicht gleich beim ersten Mal die ganz großen Massen“, erklärte ein erfahrener Standbetreiber. Die meisten Unterfranken hätten samstags anderes zu tun, als zu so einem Festival bekommen, meinte ein anderer, „die Leute haben Arbeit im Haus und Garten und müssen das Auto waschen und die Straße kehren. Aber am Sonntag kommen sie dann.“

Auch Klaus Lux, der mit seinem Hüte- und Mützenstand aus Eppingen bei Heilbronn angereist war, erklärte: „Am Samstag läuft bei solchen Festivals meistens weniger, aber am Sonntag dafür mehr.“ Dafür hatte er Zeit, ein wenig aus seinem Leben zu erzählen. Dass er ursprünglich Industriemechaniker gelernt hat, dass ihm das Umherziehen von Markt zu Markt, wie er es jetzt macht, aber besser gefällt. An einem anderen Stand saß eine Frau aus Schweinfurt auf einem Gartenstuhl und strickte ihre Ware selbst: Damenhüte und Baby-Schuhe. „Das ist mein Hobby“, verriet sie und freute sich, dass sie an Mütter und Omas mehrere Paar Schuhe verkaufen konnte.

Aus der 90 Kilometer entfernten Gemeinde Haunetal in Osthessen war Wolfgang Grabenau angereist. Sein Stand mit den Garten-Steckern, Froschkönigen, Schilkröten, Drachen oder Pilzen aus Ton und Keramik war ein echter Hingucker.

Wer neue Fenster brauchte, konnte sich beraten lassen, reißfeste Schuhbändel aus Leder gab es, sowie Gürtel auch für Frauen und Männer mit großer Bauchweite oder Rosenstöcke.

Und Hermann-Josef Scherer, der Veranstalter? Der denkt schon an eine mögliche Wiederholung des Gartenfestivals in Maria Bildhausen im kommenden Jahr. „Aber warten wir erst einmal ab, wie die Bilanz am Schluss aussieht“, sagt er.